08.07.2006
Die Münchner Fraktion beim FC Bayern wird immer größer. Nach Philipp Lahm und Andreas Ottl steht mit Christian Lell nun der dritte waschechte Münchner im Profi-Kader des Rekordmeisters. Nach zweijährigem Gastspiel beim 1. FC Köln kehrte das 21 Jahre alte Eigengewächs in der Sommerpause an die Säbener Straße zurück.
„Ich bin hier toll aufgenommen worden“, berichtete der Defensivakteur auf Anfrage von fcbayern.de. „Es ist so, als ob ich gar nicht weg gewesen wäre.“ Als er vor dem Trainingsauftakt am vergangenen Mittwoch erstmals wieder das Profihaus betrat, kam es zum großen Wiedersehen mit seinen alten und neuen Kollegen. „Alle haben sich gefreut“, sagte er.
Titelsammler wieder vereint
Gemeinsam mit Ottl, Michael Rensing und Bastian Schweinsteiger gewann Lell 2001 die deutsche B-Junioren-Meisterschaft, ein Jahr später gelang der Triumph bei den A-Junioren mit Kapitän Philipp Lahm. Es folgten zwei Jahre in der Amateurmannschaft von Hermann Gerland, mit der er in der Saison 2003/04 auch den Meistertitel in der Regionalliga Süd feierte.
In dieser Spielzeit debütierte Lell unter Ottmar Hitzfeld auch in der Profimannschaft des FCB, wo er vier Bundesliga- und ein Pokalspiel bestritt. Am Saisonende wurde er für zwei Jahre an den 1. FC Köln ausgeliehen und schaffte mit den „Geißböcken“ auf Anhieb den Bundesligaaufstieg. 16 Spielen in Liga zwei folgten deren 26 in der vergangenen Saison, in der er zum unumstrittenen Stammspieler auf der rechten Abwehrseite avancierte.
Immer bereit
Nun möchte sich Lell, dessen Elternhaus nur unweit vom Trainingsgelände an der Säbener Straße steht, bei seinem Heimatverein durchsetzen, bei dem er vor seinem Wechsel nach Köln elf Jahre gespielt hat. Allerdings weiß Lell, der beim FC Bayern einen Anschlussvertrag bis 2007 besitzt, um die große Konkurrenz im hochkarätig besetzten Kader des Double-Gewinners.
„Ich sage nicht, dass ich hier gleich Stammspieler werden will“, so Lell, der sowohl auf der rechten als auch auf der linken Außenverteidiger- und Mittelfeldposition eingesetzt werden kann. „Aber ich möchte hier gut trainieren und mich weiter verbessern.“ Durch die Teilnahme in drei Wettbewerben könne „viel passieren. Ich bin immer bereit.“
Zwei vom gleichen Schlag
Eine Aussage, die sein neuer Trainer Felix Magath sicher erfreuen wird. Sowohl der 53 Jahre alte Fußballlehrer als auch Manager Uli Hoeneß wollten das „Münchner Kindl“ für die kommende Spielzeit unbedingt im Kader haben. Das habe Hoeneß bei einem Treffen in der Sommerpause „klar verlauten“ lassen, so Lell.
Vorsorglich hat sich der 21-Jährige bei den Kollegen schon mal erkundigt, was ihn von der Trainingsbelastung her beim FCB erwartet. „Sie haben gesagt, das wird eine schöne Vorbereitung.“ Doch unbehaglich wurde ihm angesichts der berüchtigten Magath’schen Trainingsmethoden nicht, im Gegenteil. „Ich hatte bei Hermann Gerland eine gute Schule. Das sind zwei Trainer vom gleichen Schlag.“