20.04.2006
Als zentraler Mann vor der Abwehr hat er sich beim FC Bayern etabliert und sogar den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft, doch in der entscheidenden Phase der Saison muss Martin Demichelis zu seinen Wurzeln zurückkehren. Als Vertreter für den gesperrten Valerien Ismael wird der im Sommer 2003 als Innenverteidiger von River Plate Buenos Aires geholte Argentinier zumindest in den nächsten drei Bundesliga-Spielen den vakanten Platz in der Viererkette einnehmen.
„Ich habe überhaupt keine Sorgen, dass Martin diese Position nicht genauso gut ausfüllt wie Valerien Ismael“, sagte Felix Magath am Donnerstag nach dem Training. In der laufenden Rückrunde war „Micho“ bereits drei Mal für den Brasilianer Lucio als Innenverteidiger eingesprungen. Dabei attestierte ihm Magath vor allem im Spiel gegen den FC Schalke 04 (3:0) „eine Klasse-Partie“.
Schlechte Phase
Zuletzt musste sich der 25 Jahre alte Defensivspezialist häufiger mit der Zuschauerrolle begnügen, nachdem Owen Hargreaves auf der „Sechser“-Position im Mittelfeld gute Leistungen gezeigt hat. „Ich hatte in den letzten Wochen eine schlechte Phase“, sagte der Argentinier selbstkritisch und bezeichnete es als „normal“, im Laufe einer Saison auch mal ein Tief zu durchlaufen. „Aber ich habe großes Vertrauen, dass schon bald der alte Micho wieder auf dem Platz steht“, sagte er.
Erste Gelegenheit bekommt Demichelis am Sonntag beim abstiegsbedrohten FSV Mainz 05. „Das wird ein schwieriges und kompliziertes Spiel“, meinte er, zeigte sich aber zuversichtlich, dass der FCB auch bei den Rheinhessen einen „Dreier“ im Kampf um die Titelverteidigung ergattert. „Ich hoffe, wir können wie im letzten Jahr wieder nach dem Spiel unseren Sieg feiern.“
FCB in guter Situation
Vor dem großen Saisonfinale in Meisterschaft und Pokal gab sich Demichelis optimistisch, mit dem FC Bayern als erste deutsche Mannschaft das Double aus dem Vorjahr verteidigen zu können. „Wir sind in einer guten Situation, wir haben es in der Hand, zwei Titel zu holen. Das ist wichtig für den FC Bayern und für jeden Spieler. Ich habe großes Vertrauen, dass wir das schaffen.“
Mit zwei Titeln im Gepäck hofft Bayerns „Gaucho“ dann auch, ab 9. Juni bei der WM durchstarten zu können. Die Chancen, dass er von Argentiniens Nationaltrainer José Pekerman nominiert wird stehen nicht schlecht, wenngleich die Konkurrenz in der „Albiceleste“ groß ist.
Nicht an WM denken
Allzu große Gedanken macht er sich 50 Tage vor dem Eröffnungsspiel aber noch nicht. „Klar ist die WM ist wichtig für jeden Spieler, und es ist wichtig, dass jeder Spieler fit zur WM fährt. Aber es ist falsch, zwei Monate vor der der WM nur daran zu denken. Wir müssen ans nächste Wochenende denken und daran, die beiden Titel zu holen.“ Und wenn er diese Aufgaben erfolgreich bewältigt hat, kommt der Rest hoffentlich von selbst.