Als deutscher Fan tut man sich auf der Homepage von Ali Karimi derzeit noch sehr schwer. Unter www.alikarimi8.com findet man zwar ausführliche Information über den Neuzugang des FC Bayern, aber leider nur auf Persisch.
Doch das soll sich schon bald ändern. Karimi möchte demnächst auch seine Fans in Deutsch und in Englisch auf dem Laufenden halten. fcbayern.de wollte darauf allerdings nicht warten und traf den 26-jährigen zu einem ausführlichen Gespräch. Dabei gab Karimi - mit freundlicher Unterstützung eines Übersetzers - ausgiebig Auskunft über seine Person, sein neues Leben in München und seine Ziele beim FC Bayern.
Das Interview mit Ali Karimi
fcbayern.de Hallo Ali, Du hast die Ordner vor dem Profihaus gerade eben alle mit „Servus“ begrüßt. Wie weit sind denn Deine Deutschkenntnisse schon?
Ali Karimi: „Ein paar Wörter zur Begrüßung kann ich, aber noch nicht so viele. Ich muss jetzt so langsam mal meinen Deutsch-Kurs intensivieren, denn bisher hatte ich vor lauter Training und den Spielen nicht so viel Zeit dazu.“
fcbayern.de Auf dem Platz klappt die Verständigung mit den Kollegen aber schon ganz prima. Hast Du selbst damit gerechnet, so gut beim FC Bayern zu starten?
Ali Karimi: „Ich bin Fußball-Profi, da gehört es zu meinem Job, mich schnellstmöglich zu integrieren und in einem neuen Umfeld zurecht zu finden. Ganz am Anfang war es schon ein bisschen schwierig für mich. Aber die Mannschaft, der Trainer und alle im Verein haben mich sehr herzlich aufgenommen und mir das Leben sehr einfach gemacht. Dafür bin ich auch sehr dankbar.“
fcbayern.de Siehst Du noch Steigerungspotenzial bei Dir? Kannst Du noch besser spielen als jetzt schon gezeigt?
Karimi: „Natürlich. Ich muss weiter an mir arbeiten, mir noch mehr Mühe geben und auch ein paar mehr Erfahrungen sammeln. Dann kann ich meine Leistung sicherlich noch weiter steigern.“
fcbayern.de Du hast Dir als Rückennummer die „8“ ausgesucht. Warum
Karimi: „Ich bin am 8. November 1978 geboren. Die 8 hatte ich bei meinen vorherigen Vereinen schon immer, auch in der Nationalmannschaft, und ich hoffe, sie bringt mir auch beim FC Bayern Glück. Ich hoffe, dass ich hier eine gute Nummer 8 abgeben werde.“
fcbayern.de Felix Magath hat Dich aber schon auf verschiedenen Positionen eingesetzt. Hast Du selbst eine Lieblingsposition?
Karimi: „Ich bin Mittelfeldspieler und habe bislang meistens zentral als Spielmacher gespielt. Aber letztendlich entscheidet der Trainer, auf welcher Position er mich am stärksten sieht. Ich werde jedenfalls überall mein Bestes geben.“
fcbayern.de Gerade im Mittelfeld ist beim FC Bayern die Konkurrenz am Größten. Wie gehen die direkten Konkurrenten mit Dir um?
Karimi: „Ich habe eigentlich mit niemanden in der Mannschaft Probleme. Alle gehen sehr kollegial mit mir um. Klar, auf dem Trainingsplatz ist der Konkurrenzkampf zu spüren, aber jeder respektiert den anderen und wir arbeiten alle zusammen für den Erfolg des Vereins.“
fcbayern.de Du spielst erstmals in einem westlichen Land Fußball. Wo sind die Unterschiede zu den Ligen, in denen Du vorher aktiv warst?
Karimi: „Die Bundesliga ist eine der besten Ligen der Welt, da gibt es Riesenunterschiede. Angefangen von der ganzen Organisation, der Planung, den Trainingsmöglichkeiten: das ist hier beim FC Bayern schon einmalig. Mit meinen bisherigen Vereinen kann man das überhaupt nicht vergleichen.“
fcbayern.de Warum bist Du beim FC Bayern gelandet? Es soll ja auch noch andere Interessenten gegeben haben.
Karimi: „In den vier Jahren, in denen ich in Dubai gespielt habe, gab es einige gute Angebote, aber keines war so interessant wie das des FC Bayern. Für mich war klar: Wenn ich nach Europa wechsle, dann zu einen absoluten Top-Klub. Und das ist der FC Bayern. Als das Angebot von Bayern kam, stand mein Entschluss auch schnell fest, ich musste gar nicht erst lange überlegen.“
fcbayern.de Gibt es in Deiner Heimat jetzt mehr Bayern-Fans wie vorher?
Karimi: „Der FC Bayern hat schon vor mir sehr viele Fans im Iran gehabt, zumal ja hier mit Ali Daei und Vahid Hashemian iranische Nationalspieler gespielt haben. Jetzt werden die Spiele natürlich noch mehr verfolgt. Alle Champions League-Spiele werden im Iran live im Fernsehen übertragen, und mittlerweile auch die Bundesliga - speziell die Spiele mit Iranern.“
fcbayern.de Was unternimmst Du in Deiner Freizeit, wenn kein Training ist?
Karimi: „Ich gehe gerne in die Innenstadt, ein bisschen Shoppen. Die meiste Zeit verbringe ich aber damit, meinen Körper zu pflegen um so bestens vorbereitet für meine Arbeit zu sein und gute Leistungen im Spiel und im Training zeigen zu können.“
fcbayern.de Ist Deine Familie schon nachgekommen?
Karimi: „Noch nicht. Ich erwarte sie in vier bis fünf Wochen. Von daher ist meine Telefonrechnung momentan auch noch sehr, sehr hoch (lacht).“
fcbayern.de Im nächsten Jahr steht die WM in Deutschland an. Was darf man vom Iran (ist bereits qualifiziert, d. Red.) bei Diesem Turnier erwarten?
Karimi: „Es ist schwierig, da etwas zu prophezeien. Ich hoffe, unser Verband wird alles gut organisieren, damit wir eine gute Vorbereitung haben werden. Wir sind sicherlich nicht schlechter als Japan oder Südkorea, die bei der letzten WM ja sehr erfolgreich waren. Von daher sollten wir schon die Vorrunde überstehen können. Ich hoffe jedenfalls, dass ich mit guten Leistungen zu unserem Erfolg beitragen kann.“
fcbayern.de Wie wäre es dann mit dem Eröffnungsspiel am 9. Juni gegen Deutschland in der Allianz Arena?
Karimi: „Das wäre sicherlich sehr interessant, das wäre ein Traum.“
fcbayern.de Wir drücken die Daumen bei der Auslosung. Danke für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg beim FC Bayern.
Das Interview führte: Dirk Hauser